Orientierungsplan für Bildung und Erziehung

Grundlagen und allgemeine Ziele
  1. Einleitung: Funktion und Charakter des Orientierungsplans

Die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit ist das übergreifende Ziel frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreung. Dieser Auftrag des SGB VIII aus dem Jahre 1991 an die Kindertagesstätten wird im niedersächsischen Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder in den §§ 2 und 3 aufgegriffen und der eigene Bildungs- und Erziehungsauftrag ausdrücklich genannt.
(Auszug aus dem Orientierungsplan)

Den Orientierungsplan für Bildung und Erziehung finden Sie hier: https://www.tmlg.de/wp-content/uploads/2018/07/2021_Orientierungsplan_neues_Bild_RZ3_WEB_S.pdf

Handlungsempfehlungen zum Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder

Die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren

Bei der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren ist in besonderer Weise zu beachten, dass ein Kind seinen Bildungsbestrebungen am besten nachgehen kann, wenn seine Grundbedürfnisse erfüllt sind. Insbesondere bei sehr kleinen Kindern gehören neben körperlichem Wohlbefinden auch emotionale Sicherheit und Geborgenheit zu den unabdingbaren Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung. Gleichzeitig müssen Fachkräfte aber auch Freiheiten geben und loslassen können. Wie es sprichwörtlich heißt: Kinder brauchen Wurzel und Flügel! In diesem Sinne ergänzen die in den Handlungsempfehlungen -Die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren– beschriebenen pädagogischen Grundlagen die Ausführungen des niedersächsischen Orietierungsplan „Zum Bildungsverständnis-wie kleine Kinder lernen“ (Kapitel I.3).

Die Handlungsempfehlungen beinhalten:

I. Pädagogische Grundlagen und allgemeine Ziele

  1. Pädagogische Grundhaltung und Menschenbild
  2. Bildungs- und Erziehungsverständnis
  3. Beziehung und Bindung
  4. Gestaltung von Lern- und Entwicklungswelten

II. Bildungsziele in Lernbereichen und Erfahrungsfeldern
Ausgehend von dem im Kapitel I beschriebenen Bildungs- und Erziehungsverständnis beschreibt Kapitel II die Entwicklungsaufgaben von Kindern unter drei Jahren in den Lernbereichen und Erfahrungsfeldern des niedersächsischen Orientierungsplans. Das dem Bildungs- und Erziehungsverständnis zugrunde liegende Menschenbild eines aktiven, kreativen, konstruierenden, starken, sozialen und einzigartigen Kindes prägt nicht nur die professionelle Haltung einer Fachkraft gegenüber dem Kind. Es gibt gleichzeitig auch die zentralen Bildungsziele vor, die ihr pädagogisches Handeln in allen Lernbereichen und Erfahrungsfeldern verfolgt.

Die neun Lernbereiche des Orientierungsplans sind ein Rahmen, der die Vielfalt der Lern- und Bildungswege von Kindern beschreibt. Die sinnliche Wahrnehmung ist das Eingangstor für Welterfahrung. Nichts ist im Kopf, was vorher nicht in den Sinnen war.

       0. Wahrnehmung

  1. Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
  2. Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen
  3. Körper, Bewegung und Gesundheit
  4. Kommunikation, Sprache und Sprechen
  5. Lebenspraktische Kompetenzen
  6. Mathematisches Grundverständnis
  7. Ästhetische Bildung
  8. Natur und Lebenswelt
  9. Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz

III. Die Arbeit in der Tageseinrichtung für Kinder

A. Methodische Aspekte und die Aufgaben der Fachkräfte
B.Erziehungspartnerschaft mit Eltern
c. Übergänge gestalten

1.Grundprinzipien für die Förderung von Erziehungs- und Bildungsprozessen

Professionelle Handlungskompetenz

Professionelle Handlungskompetenz bedeutet, dass sich Fachkräfte als Lernende verstehen und einbringen können. Über Beobachtung und reflexion von Kindern, um ihre Handlungs-, Denk- und Vorstellungsweisen besser begreifen und im pädagogischen Miteinander Verständigung erzielen zu können. Sie tauschen sich mit den kolleginnen und Kollegen im Team aus, um voeinander zu lernen und das pädagogische Handeln der jeweligen Einrichtung gemeinsam zu entwickeln. Sie vertiefen ihr theoretisches und praktisches Wissen und können über fachliteratur, Fachberatung und Forbildung. Neugier, eine offene Haltung gegenüber Kindern und Kollegen und die kontinuirliche Reflexion des eigenen Tuns führen zu immer neuen Erkenntnissen und machen die Arbeit spannend und bereichernd.

IV. Qualitätsentwicklung und -sicherung

Die Sicherung und Entwicklung von Qualität bedeutet, die pädagogische Arbeit auf dem aktuellen Stand des Fachwissens, mit hohem Engagement und einer positiven Haltung zu gestalten.

Die pädagogische Konzeption einer Einrichtung beschreibt ihr Qualitätsverständnis und ist damit ein wichtiges Instrument für die Qualitätssicherung und -entwicklung. Hier werden die Zielsetzungen und Leitlinien der pädagogiscehn Arbeit definiert, an denen die Einrichtung gemessen werden möchte. Sie richten sich aus am Orientierungsplan und die ihn ergänzenden Handlungsempfehlungen sowie Vorgaben der einzelnen Träger.

(Auszug aus den Handlungsempfehlungen – Die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren-)