Fachtagung 2019

Fachtagung am 09.03.2019

 

Seelenproviant für Kinder-Selbstbildung durch sichere Bindungserfahrungen

Seit einigen Jahren steht die „Bildung des Kindes“ im Focus der Frühpädagogik. Gleichzeitig betonen Bildungswissenschaftler immer wieder, dass das Kind >nicht gebildet werden kann<, sondern dass eine nachhaltige Bildung durch Selbstbildungsprozesse entstehen. Dazu gehören einerseits sichere Bindungserfahrungen, eine alltagsintegrierte und dialoge Kommunikation/ Interaktion sowie ein hohes Maß an einer psycho-sozialen Grundbedürfnisbefriedigung. Ziel der Fachtagung ist es, diese drei Qualitätsfelder zu erfassen.

Teil 1:„ Eine nachhaltige Bildung [Bildung aus I. Hand] geschieht durch Selbstbildung – entwicklungspsycho-logische/ -pädagogische und neurobiologische Hintergründe“

Teil 2: „Wie eine psycho-soziale Grundbe-dürfnisbefriedigung das Kind dabei unterstützt, Fähigkeiten aufzubauen und in Fertigkeiten auszubauen“

Teil 3: „Bindung schafft Selbstbildungsimpulse im Kind: wie Bindungsangebote entstehen und was sie bewirken“

Auch wenn viele elementarpädagogische Kräfte und Eltern annehmen, die deutsche Elementarpädagogik befinde sich in einer guten Entwicklung im Hinblick auf die geleistete Bildungsarbeit, so weisen demgegenüber viele Bildungsforscher/innen, Erziehungswissenschaftler/innen, Neurobiolog/innen darauf hin, dass die überwiegenden Bildungsangebote und Förderprogramme einer so genannten „Bildung aus II. Hand“ entsprechen. Im Gegensatz dazu ist nach heutigen Erkenntnissen eine „Bildung aus I. Hand“ weitaus nachhaltiger, indem die Selbstbildungskräfte des Kindes durch sichere Bindungserlebnisse/ -erfahrungen, eine alltagsintegrierte und dialoge Kommunikation/ Interaktion sowie ein hohes Maß an einer psycho-sozialen Grundbedürfnisbefriedigung von weitaus größerer Wertigkeit sind. „Kinder können nicht gebildet werden“ – diese Aussage des international bekannten Wissenschaftlers, Prof. Dr. Gerd Schäfer rüttelt daher auf und auch ein sehr bekannter Neurobiologe wie Prof. Dr. Gerald Hüther warnt eindringlich vor der Überbewertung teilisolierter, kognitiv orientierter Förderprogramme, weil das kindliche Gehirn >anders< lernt als der erwachsene Mensch. Insofern ist eine kritische Bestandsaufnahme der bisherigen Bildungsarbeit und ggf. eine Neuorientierung in der Bildungsarbeit mit Kindern angezeigt. Dieser Fachtag umfasst daher drei Schwerpunkte: einerseits geht es um die basalen Merkmale einer Bildung aus I. Hand, zum zweiten sind Selbstbildungsprozesse nur bei einer Sättigung psycho-sozialer Grundbedürfnisse möglich und letztlich entstehen Selbstbildungsimpulse am stärksten durch Sicherheit gebende Bindungserlebnisse. In den drei Vortragseinheiten werden dazu die wichtigsten Grundaussagen vorgestellt und immer wieder mit praktischen Hinweisen ergänzt.     

Referent: Prof. h.c. Dr. h.c. Armin Krenz, Wissenschaftsdozent für Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre und Grundsatzfragen im Feld der Elementarpädagogik/ Zulassung zur heilkundlich, psychologisch therapeutischen Tätigkeit/ Fachbuchautor und Literaturgutachter

Die Fachtgaung beginnt um 10.00 Uhr, um 9.30 ist Einlass mit einem Stehkaffee und endet um 16.00 Uhr.

Ein kleiner Imbiss und Getränke sind in den Kosten von 40,— € enthalten.

Die Fachtagung findet in der Musikschule, St.-Ursula-Weg 7, in Lüneburg statt und richtet sich an Kindertagespflegepersonen, Erzieher/innen, Pädagogische Fachkräfte und Interessierte.

Teilnahme nur unter vorheriger Anmeldung möglich: oder Tel. 04131-35513